Mittwoch, 29. Juni 2011

[Buchrezension] Stephan Brüggenthies - Die tote Schwester

Hallo liebste Leserlein und Besucherlein,

auch über Blogg dein Buch hatte ich Glück und habe das erste Buch, für das ich mich angemeldet habe, zugeschickt bekommen.

Und zwar Stephan Brüggenthies' zweiter Roman um Zbigniew Meier "Die tote Schwester":



Der Klappentext sagt folgendes (da es auf dem Foto vielleicht nicht ganz so gut zu lesen ist ^^):
"Zbigniew stand da, wie gelähmt, taumelnd, sah sich noch einmal um, in alle Richtungen, durch die Glastür nach draußen, regungslos und hektisch zugleich, immer panischer, den ganzen Bereich mit den Augen absuchend. Lena war verschwunden. Das Gepäck war verschwunden. Er musste sich zusammenreißen. Sein Puls raste. Lena war wie vom Erdboden verschluckt.
Ein jüdischer Junge, der 1943 in die USA gerettet wurde. Seine jüngere Schwester, die bis heute verschwunden ist. Und eine Entführung, die eine längst vergessene Geschichte wieder zum Leben erweckt - ein neuer spektaktulärer Fall für den Kölner Kommissar Zbigniew Meier."

Zusammenfassung:

Der Klappentext beschreibt schon sehr gut, worum es in dem Buch geht. Zbigniew und seine knapp 20 Jahre jüngere Freundin Lena machen Urlaub in New York, wo man schon merkt, dass die beiden sich etwas entfremden, da der Altersunterschied eben doch sehr groß ist. Zurück am Kölner Flughafen ist Lena plötzlich verschwunden. Zbigniew weiß sofort, dass etwas nicht stimmt und wendet sich an Sicherheitsbeamte des Flughafens. Kurz darauf muss Zbigniew mit eigenen Augen ansehen, wie Lena in ein Auto gezogen wird, das Gepäck stehen bleibt und das Auto wegfährt. Lena wurde also entführt und Zbigniew probiert sein bestmögliches, um sie wiederzufinden, ist aber stets im Konflikt mit seinen Polizeikollegen, da diese nicht wollen, dass er aufgrund seiner Beziehung zu Lena zu sehr in dem Fall mitarbeitet. Weshalb Zbigniew sich dann auch eher um den Fall der vermissten Eva Weisberg kümmert, um sich abzulenken, und weil er denkt, Lenas Entführung könnte etwas damit zu tun haben. Schließlich haben Zbigniew und Lena gemeinsam Samuel Weisberg, Evas Bruder, in New York kennengelernt.
So laufen zwei Handlungsstränge im Buch nebeneinander ab, und nie weiß man genau, ob diese nun eigentlich zusammenhängen oder nicht.

Mein Eindruck:

Zuerst einmal, als ich mir die Zusammenfassung des Buches durchgelesen habe, fand ich sie sofort ansprechend. Jedoch etwas nervig war der Name Zbigniew für mich. Ein sehr ausgefallener Name, bei dem es mir auch nach dem Lesen des Buches immer noch schwer fällt, ihn auszusprechen. Wahrscheinlich überlese ich ihn meistens oder habe die lustigsten Aussprachen in meinem Kopf.

Trotz seines Namens empfindet man sofort Sympathie für Zbigniew, der probiert, mit seiner so viel jüngeren Freundin mitzuhalten. Und auch als Lena dann verschwindet, kann man sich gut die Situation am Flughafen vorstellen und wie Zbigniew sich fühlen muss, als er aus den Ermittlungen rausgehalten werden soll.

Von Anfang an war ich mitten im Geschehen drin, und wollte das Buch gar nicht mehr weglegen. Nach Lenas Entführung hätte ich am liebsten direkt ans Ende geblättert, um zu wissen, wer sie entführt hat (ja, ist ja schon gut, ich habs ja nicht gemacht...^^). Und auch die Story um Samuel Weisberg und seine Schwester ist sehr spannend und vor allem gut aufgebaut. Denkt am Anfang noch, dass Zbigniew keine Lust hat, Eva Weisberg zu finden, merkt man im Laufe des Buches, wie sehr diese Geschichte nun auch Zbigniew nahe geht und wie er fast die Entführung von Lena vergisst. Hochspannung pur! Sehr gut gelungen, Herr Brüggenthies!

Einzig und alleine das Ende war gar nicht nach meinem Geschmack. Das Ende der Entführung war viel zu kurz und fast stockend geschildert. Ich dachte, als ich diesen Absatz mit "würde" "hätte" usw gelesen habe, danach kommt noch was ausformuliertes. Aber nein, das war es schon. Bei so einem Buch, wo alles auf das Ende hinarbeitet, wünsche ich mir doch mehr Ausschmückungen. Und auch der Epilog war zu kurz, so dass noch Fragen bezüglich beider Fälle bei mir offen blieben. Das hätte man definitiv ausführlicher und schöner schreiben können!

Appropro Schreiben, was mir noch am Anfang nicht so gut gefiel, wurde im Laufe des Buches zu einer sehr passenden Schreibstileigenschaft: die kurzen Sätze oder auch nur Wörter; teilweise mehrere hintereinander gereiht; in nacheinander folgenden Zeilen. Zu Beginn noch nervig, hat es später die Spannung noch gefördert.

Insgesamt hat mir das Buch und der Schreibstil von Stephan Brüggenthies so gut gefallen, dass ich mir erstmal seinen ersten Roman "Der geheimnislose Junge" bestellt habe, und gerade dabei bin, es zu lesen. Auch wenn es nun in umgekehrter Reihenfolge ist und man schon weiß, dass Timo wieder auftaucht, ist es dennoch bis jetzt nicht weniger spannend.

Also, Herr Brüggenthies, gerne mehr Bücher über den guten Kommissar Zbigniew Meier!!!!!!!

Grüßlis, LadyPeach =)

Kommentare:

  1. Hallo,
    Das Buch bietet Qualität von der ersten bis zur letzten Seite. Selten hat mich ein Kriminalroman so sehr in seinen Bann gezogen wie dieser. Stephan Brüggenthies versteht es, ohne viel Blutvergießen, einen konstanten Spannungsbogen zu erzeugen, der mich sofort packt und in die Geschichte eintauchen lässt.
    Wenn Du möchtest, kannst Du meine Rezension dazu lesen. :)

    http://www.netzblogger.net/stephan-brueggenthies-die-tote-schwester-krimi-rezension-276

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  2. Den ersten Teil möchte ich im Nachhinein auch nicht mehr lesen wollen. Aber da mich das Buch überzeugt hat, würde ich mich auf jeden Fall über weitere Arbeiten dieses Autors freuen.

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